Eine Mudry CAP 10 von Airfly entsteht.

Der Baukasten:
Nach langen Überlegungen, was ich als nächstes für ein Modell baue, habe ich mich für die CAP 10 b von Airfly entschieden. Nach ca. 3 Wochen Lieferzeit wurde dann ein riesiger Karton geliefert, in dem der Bausatz fein säuberlich verpackt war. Die erste Durchsicht zeigte, dass keinerlei Beschädigungen zu finden waren und alle Teile einen guten Eindruck machten.

Neben dem Rumpf sind auch das Seitenruder, die Radverkleidungen und die Flächenenden GFK-Teile (Polyester), die alle gut und passgenau verarbeitet sind. Die Fläche ist im Lieferzustand 3-teilig, besteht unter der Balsaholzbeplankung aber aus insgesamt 17 Styroporkernen, um die elliptische Form der Fläche möglichst gut nachzubilden. Das Höhenleitwerk hat ebenfalls einen Styroporkern, jedoch leider mit Abachi beplankt. Neben den oben genannten Bauteilen gehören ebenfalls Kleinteile, wie z.B. Fahrwerksteile, Flächenaufnahme, Motorspant und diverse Balsaholzteile um das Quer- und Höhenruder nach dem ausschneiden zu verkasten. Insgesamt sind aber noch sehr viele Arbeitsschritte zu verrichten.

CAP10


Die Bauphase:
Als Bauhilfe lag dem Baukasten eine 3-Seitenansicht und ein DIN A4 Blatt mit zusätzlichen Angaben zum Schwerpunkt, EWD, usw. bei. Die 3-Seitenansicht hat leider nicht mehr sehr viel mit dem Modell zu tun, da im Laufe der Jahre offensichtlich einige Änderungen am Baukasten vorgenommen wurden. Letztlich habe ich den Plan nicht verwendet und mir stattdessen eine originale 3-Seitenansicht von Mudry besorgt. Der Bau erfordert schon einiges an modellbauerischen Kenntnissen und Erfahrungen, weshalb ich das Modell keinem Anfänger empfehlen kann. Der Vergleich zwischen den Originalaufnahmen und dem Modell zeigte auch, dass es sich sicherlich nicht um ein Scale-Modell handelt. Die Motorhaube, die Kabinenhaube und die Flächenaufnahme haben doch erhebliche Abweichungen, die bei keiner der gut 300 gebauten Vorbilder zu finden sind. Besondere Vorsicht ist beim Ausschneiden der Kabinenhaube geboten. Die angezeichnete Schnittlinie führt dazu, dass die Haube später ziemlich "platt" auf dem Rumpf liegt (wie auf der Homepage von Airfly bei verschiedenen Modellen in der Galerie zu beobachten ist). Hier sollte man den Rahmen der Kabinenhaube nur sehr knapp abschneiden. Zusätzlich habe ich durch einen seitlichen Alurahmen die Haube noch einmal gut 1cm höher gesetzt.

Nach längerer Bauzeit stand aber ein wirklich schönes, ausgefallenes Modell vor mir, was für einigen Ärger beim Bau entschädigte. Das Gewicht lag mit 12kg am Ende aber deutlich über den Werksangaben von 9,5kg. Die Ursache hierfür ist nicht direkt ableitbar. Gegenüber dem Baukasten habe ich das Cockpit ausgebaut, das aber insgesamt weniger als 500g Mehrgewicht mit sich brachte. Ein Cockpit in der Größe muss einfach ausgebaut werden, das geht gar nicht anders!!! Der ZG62 ist sicherlich nicht der leichteste, ein leichterer Motor bringt jedoch wenig, da das Gewicht einfach vorne benötigt wird. Ebenso ist die Doppelstromversorgung weit vorne untergebracht.

Die Ausstattung im Einzelnen:
Motor: ZG62 mit Edelstahldämpfer und Hydromount (Modell Pitts)
Propeller: Menz 22x10
Servos: 2x Höhe, 2x Quer, 2x Landeklappen, 1x Motor (alles C5077), 1x Seite (C4421)
Empfänger: Graupner SMC 19DS
Akkus: 2 x 5Zellen 2000mAh MiMH mit Akkuweiche
Räder: 125mm (nicht wie im Plan angegeben 150mm - das sieht nicht aus)

CAP10 II


Der Erstflug:
Sorgen über den Erstflug habe ich mir keine gemacht, da trotz 12kg die Flächenbelastung eigentlich im erträglichen Rahmen liegen sollte. Nach ca. 40m hob die CAP ab und flog ohne jegliches Nachtrimmen exakt ihre Bahn. Der ZG 62 hat ausreichend Leistung für alle Kunstflugfiguren, die auch das Original beherrscht. Mehr Leistung ist nicht erforderlich, da auch das Vorbild nicht zu dem leistungsstärksten gehört, was auf dem Kunstflugsektor zu finden ist.
Die Schwerpunktangabe ist mit 125mm von der Nasenleiste passend, hat aber sicherlich auch noch etwas Reserve. Angaben zu den Ruderausschlägen fehlen völlig, man muss dort aber auch nichts beachten, da alle Ruder erwartungsgemäß reagieren.
Nach ca. 10 Minuten Flugzeit stand die erste Landung an. In ausreichend Höhe wurden die Landeklappen in unterschiedlichen Stellungen getestet. Am Ende habe ich mir für eine Landung mit eingefahrenen Klappen entschieden (unser Platz ist mehr als lang genug). Die Geschwindigkeit beim Landen war jedoch recht hoch und der Flieger brauchte auch nach dem Aufsetzen noch gut 50-60 Meter bevor er zum stehen kam. Nun bin ich weder ein Fan von Landeklappen, noch habe ich da viel Erfahrung damit, aber aus meiner Sicht ist das Modell damit nicht wirklich sinnvoll langsam zu bekommen. Ich habe inzwischen alles versucht, die Landegeschwindigkeit bleibt einfach recht hoch und erfordert schon einiges an Erfahrung. 

Nachtrag:

Nach zwei Jahren Pause habe ich die Cap wieder geflogen (Mai 2015), jetzt aber mit veränderter Landeklappenanlenkung. Nun fahren die Klappen nochmals weiter aus, wodurch sich der Flieger nun deutlich langsamer landen lässt und dabei keinerlei kritisches Verhalten zeigt.


Fazit:
Trotz den kritischen Anmerkungen, die ich oben gemacht habe, muss ich aber sagen, dass man für den Preis ein wirklich schönes und gutmütig fliegendes Modell bekommt, was wirklich jeden Euro wert ist. Lediglich Modellfliegern mit wenig Bauerfahrung würde ich von dem Modell abraten.

Frank Portheine